80% Energieeinsparung durch energetische Sanierung

Eine Studie der Deutschen Energie-Agentur zeigt, dass energetische Gebäudesanierung in der Praxis hält, was sie verspricht. Untersucht wurde der Energieverbrauch von 63 hocheffizient sanierten Wohngebäuden, bei denen eine Energieeinsparung von durchschnittlich 80 Prozent angestrebt worden war. Die Resultate stimmten in der Regel mit der Planung überein.

Die Studie, die vom deutschen Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung unterstützt wurde, bietet damit eine systematische und wissenschaftlich fundierte Grundlage in der bisher nur von Einzelbeispielen dominierten Diskussion über das Energiesparpotenzial energetischer Sanierungen. Sie zeigt deutlich: Die energetische Gebäudesanierung trägt wesentlich zur Reduzierung von Treibhausgasen und Energiekosten bei.

Stephan Kohler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (dena): „Die energetische Gebäudesanierung hält, was sie verspricht. Das belegen zahlreiche Beispiele der neuen dena-Verbrauchsstudie, bei denen die geplante Energieeinsparung in gleicher Größenordnung auch in der Praxis erreicht wird. Eine energetische Sanierung ist ein komplexes Vorhaben. Umso wichtiger ist es, dass Bauherren konsequent auf Qualität und die Einbindung von Experten setzen. Dann werden sich ihre Investitionen auch wie geplant auszahlen.“

Die Studie beruht auf dem dena-Modellvorhaben Effizienzhäuser, in dem seit 2003 mehr als 350 Wohngebäude hocheffizient saniert werden. Für die Auswertung wurden die Energieverbrauchsdaten der fertiggestellten und bereits über mehrere Heizperioden bewohnten Gebäude erhoben und analysiert. Es wurde untersucht, ob der geplante energetische Standard in der Praxis erreicht wird und wie groß die tatsächliche Einsparung beim Energieverbrauch ist. Das Ergebnis: Im Mittel konnte der Energieverbrauch von 223 auf 54 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr reduziert werden. Diese Einsparung von 76 Prozent entspricht recht gut den geplanten, vorab berechneten 80 Prozent Energieeinsparung.

Vereinzelt konnten aber auch Ausreißer nach oben und unten beobachtet werden. Die Ursachen dafür können vielfältig sein und sollen in einer weiterführenden Auswertung untersucht werden. Ein möglicher Ansatzpunkt hierfür ist zum Beispiel das Nutzerverhalten. Manchmal tritt nach energetischen Sanierungen ein sogenannter Rebound-Effekt ein: Die Bewohner heizen mehr als früher, weil sie nach der Sanierung nicht mehr das Gefühl haben, Energie sparen zu müssen.