Das Thema "Grüne Gentechnologie in der Landwirtschaft" wird sehr kontrovers diskutiert. Soll man gentechnisch veränderte Nahrungsmittel zur Bekämpfung des Welthungers einsetzen? Oder gentechnisch veränderte Pflanzen anbauen, um den Einsatz von Pestiziden einzuschränken?

Während viele Konsumenten in Europa gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln ablehnend gegenüberstehen, geht man mit diesem Thema in anderen Regionen der Welt freizügiger um. In armen Ländern könnte grüne Gentechnik beispielsweise helfen, die Ernährung zu sichern.
So wird heute in Südamerika fast nur noch gentechnisch verändertes Soja angebaut. Die Praxis dieses Anbaus sieht allerdings unappetitlich aus: Riesige Monokulturen, auf die Flugzeuge in großen Mengen das Pflanzenschutzmittel Glyphosat versprühen. Mit der Anwendung des immer gleichen Mittels steigt das Risiko von Resistenzbildungen. Und auf Umwegen gelangt Gen-Soja irgendwann auch weltweit in die Nahrungskette.

Gen-Erdnüsse gegen den Welthunger?

Vor allem bei Soja, Mais oder Raps kommt Gentechnik bereits im großen Maßstab zum Einsatz. Künftig könnte sie aber auch bei Pflanzen angewendet werden, die derzeit kommerziell nicht so interessant sind. Etwa bei Erdnüssen, Strauch- und Kichererbsen oder Maniok. So könnte man mit Hilfe von Gentechnik Aflatoxine (Pilzgifte) auf Erdnüssen oder Mosaik-Viren auf Maniok bekämpfen. Für Millionen von Kleinbauern und die Bevölkerung in armen Regionen der Erde wäre das ein Segen, weil die Ernte sicherer wäre und Pflanzenkrankheiten eingedämmt werden könnten.

Weniger Pestizide durch Gen-Baumwolle

Doch Grüne Gentechnik könnte künftig nicht nur der Ernährungssicherung dienen. Schon heute werden in Indien von Kleinbauern gentechnisch veränderte, schädlingsresistente Baumwollpflanzen angebaut, um den Einsatz von Pestiziden zu verringern. Dabei handelt es sich um die vom umstrittenen US-Konzern Monsanto entwickelte BT-Baumwolle, die Gene eines Bakteriums enthält. Die Gene produzieren Proteine, die für bestimmte Schädlinge (so auch für die Raupe des Baumwollkapselbohrers) giftig sind, andere Insekten jedoch nicht beeinträchtigen.
Seit dem Jahr 2002 ist BT-Baumwolle in den USA, China, Pakistan und Indien zugelassen. Die drastische Verringerung des Pestizid-Einsatzes bringt für die Bevölkerung Vorteile: Die Umweltgifte werden weniger, vor allem das Trinkwasser ist besser geschützt.
Was nichts daran ändert, dass das Thema seit Jahren kontrovers diskutiert wird. Einen Überblick über Pro und Kontra finden Sie u.a. unter diesen Links:

http://sciencev1.orf.at/science/news/19781
http://www.mitwelt.org/gruene-gentechnik.html