11.01.2017 13:08 -
Die Frderung von Photovoltaikanlagen durch die Oemag war auch in diesem Jahr innerhalb weniger Minuten ausgebucht trotz sinkender Einspeisevergtung. PV Austria sieht darin ein deutliches Zeichen, dass das Interesse an Photovoltaikanlagen in sterreich ungebrochen ist. Investoren, die leer ausgegangen sind, haben in einigen Bundeslndern alternative Frdermglichkeiten.

In sterreich ist der Zubau von Photovoltaikanlagen zwar im vergangenen Jahr leicht zurckgegangen. Doch immer noch reicht das Interesse an den Anlagen aus, so dass die Tickets fr die Frderung durch die sterreichische Abwicklungsstelle fr kostrom (Oemag) innerhalb von wenigen Minuten ausgebucht war. So vermeldet die Oemag, dass in den ersten Minuten nach der ffnung des Wettrennens nach einem Frdertarif etwa 3.000 Antrge eingegangen sind. Die meisten davon von zuknftigen Betreibern von Photovoltaikanlagen. Auch wenn es einige in der Politik nicht wahrhaben wollen, die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen in sterreich ist ungebrochen! bewertet Hans Kronberger, Prsident von PV Austria die Tatsache, dass auch in diesem Jahr die Frderung trotz der gesunkenen Einspeisetarife sehr schnell ausgebucht war. Dies beweise, dass die Photovoltaik auf dem Weg zur Marktfhigkeit ist und immer weniger Untersttzung braucht.

Technische Mngel beseitigt

Schon lnger stt das System der Vergaben der Frderung auf heftige Kritik. Denn das Vergabeverfahren luft weiterhin nach dem sogenannten Windhundprinzip. Das heit, wer zuerst kommt, malt zuerst. Das hat in der Vergangenheit immer wieder dazu gefhrt, dass die Server der Oemag kurz nach Erffnung des Vergabeverfahren zusammengebrochen sind. Immerhin das konnte die Abwicklungsstelle in diesem Jahr verhindern. Im Vorfeld dieses Termins haben wir zustzliche und umfassende technische Manahmen gesetzt, um einen reibungslosen Ablauf zu ermglichen, erklrt Magnus Brunner, Vorstand der Oemag. Durch diese Manahmen war eine gesetzeskonforme und reibungslose Antragstellung problemlos mglich.

Reform des kostromgesetzes umsetzen

Auerdem zeige die schnelle berbuchung der Frderung, dass dringender Handlungsbedarf hinsichtlich der Reform des kostromgesetzes bestehe, kritisiert der Bundesverband PV Austria die Verschleppung durch die Bundesregierung. Mit einer Optimierung der Vergabe, die sich aus der dramatischen Preisreduktion fr Photovoltaikanlagen aus den letzten acht Jahren ergibt, knnte ohne einem Cent an Mehrkosten die installierte Leistung pro Jahr derzeit insgesamt etwa 150 Megawatt verdoppelt bis verdreifacht werden, rechnet Hans Kronberger vor. Er kritisiert, dass dieser Umstand den Regierungsparteien seit mittlerweile fast drei Jahren bekannt ist. Doch durch die gegenseitige Blockade ist das Problem bisher auf der langen Bank liegen geblieben. Die sterreichische Photovoltaikwirtschaft und damit die interessierten Sonnenstromerzeuger verlieren dadurch jhrlich hohe Millionenbetrge!, wei Kronberger. Der Bundesverband Photovoltaic Austria fordert daher die zustndigen Ministerien zur konstruktiven Rckkehr an den Verhandlungstisch auf.

Bundeslnder frdern auch

Die weiterhin groe Nachfrage nach der Frderung habe gezeigt, dass die sterreicher nach wie vor an der Zukunftstechnik der Sonnenstromerzeugung hochgradig interessiert seien, betonen die Branchenvertreter von PV Austria. Auch wenn es in der Vergangenheit noch mehr Investoren in Solaranlagen waren, die innerhalb krzester Zeit nach Beginn des Vergabeverfahrens ihren Frderantrag gestellt haben. Doch zum einen gilt die Frderung nur fr Anlagen mit einer Leistung von mehr als fnf Kilowatt. Zum anderen ist zu vermuten, dass das Windhundprinzip viele Antragsteller abschreckt, die dann eventuell auf die Frderungen durch die Bundeslnder ausweichen.

Immerhin untersttzt Salzburg den Bau von Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von ber 50 Kilowatt, wenn diese durch Brgergemeinschaften errichtet und betrieben werden. Unter bestimmten Voraussetzungen untersttzt Salzburg auch den Bau von kleineren Anlagen mit einer Leistung ab fnf Kilowatt. Das Bundesland Wien frdert den Bau von Anlagen mit einer Leistung von mehr als fnf Kilowatt mit einem Investitionszuschuss von 400 Euro pro Kilowatt installierter Leistung. Dabei ist die Frderung allerdings auf 40 Prozent der Investitionskosten gedeckelt und fr die ersten fnf Kilowatt betrgt der Zuschuss nur 275 Euro pro Kilowatt. Auch Obersterreich frdert die Installation von gewerblichen Anlagen mit einer Leistung zwischen sechs und 200 Kilowatt mit einem Investitionszuschuss von 150 Euro pro Kilowatt installierter Leistung.

Das ist zwar weniger als der Betreiber von der Oemag bekommen wrde. Immerhin gibt es hier einen Investitionszuschuss von 375 Euro pro Kilowatt installierter Leistung und zustzlich noch 13 Jahre lang eine Einspeisevergtung von 7,91 Cent pro Kilowattstunde Solarstrom. Dach dafr muss der Betreiber sich nicht an der Rallye der Oemag beteiligen. Denn letztlich knnen nur Anlagen bercksichtigt werden, bis das Frderbudget von acht Millionen Euro aufgebraucht ist. Im vergangenen Jahr haben von mehr als 3.000 Antragstellern nur 2.600 eine Frderung von der Oemag bekommen. (su)