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E Mobilität auf dem Vormarsch

  1. #1
    Moderator Avatar von Berndt Triebel
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    E Mobilität auf dem Vormarsch

    Die 10.000er-Grenze bei der Anzahl an E-Autos in Österreich wird dieser Tage überschritten. Im Jahr 2016 hat sich die Zahl neu zugelassener Batterie-elektrischer Pkw mehr als verdoppelt. Damit konnte Österreich im Vorjahr mit 1,2 Prozent in der EU den größten Anteil an batterie-elektrischen Pkw unter den Neuzulassungen vorzuweisen (Deutschland 0,3 Prozent).
    Zum Vergleich: Die meist gekauften E-Fahrzeuge sind Elektro-Fahrräder – bereits mehr als 300.000 gibt es in Österreich. Und klarer Spitzenreiter bei den gefahrenen e-mobilen Kilometern ist der Öffentliche Verkehr.

    Seit vergangener Woche kann für neue E-Autos eine Kaufprämie von 4.000 Euro beantragt werden. Zur Zwischenbilanz der im Vorjahr in Deutschland eingeführten E-Kaufprämie stellte der deutsche Verkehrsminister fest: Es gibt zu wenige E-Automodelle am Markt. Um die Hersteller dazu zu bringen, dass sie mehr E-Modelle auf den Markt bringen, ist ein deutlich niedrigerer CO2-Grenzwert für Neuwagen ab 2025 unverzichtbar.

    Die unbequeme Wahrheit ist auch: Förderungen alleine reichen nicht aus, damit Diesel- und Benzin-Pkw durch E-Autos ersetzt werden. Solange modernste und saubere Elektro-Fahrzeuge im Alltag keine wirklich grundlegenden Vorteile gegenüber den alten Verbrenner-Autos haben, solange fehlt für die meisten der entscheidende Grund, selbst bei gleichem Preis das Elektro-Fahrzeug mit geringerer Reichweite zu kaufen.

    Hier bietet sich an notwendige Maßnahmen gegen die gesundheitsschädlichen (Ultra-)Feinstaubpartikel und Stickoxide, wie etwa Einschränkungen für Verbrenner-Autos mit Vorteilen für E-Autos zu kombinieren: strenge Umweltzonen wie etwa in Deutschland, City Maut oder „Zona traffico limitato“ nach italienischem Vorbild, oder umgekehrt Erleichterungen für Elektro-Transportfahrzeuge bei Lieferzeiten.

    Spätestens der Dieselskandal hat gezeigt, dass auf Versprechungen der Autohersteller nach „schadstoffarmen“ Verbrennungsmotoren kein Verlass ist. Um das Ziel eines erdölfreien Verkehrssystems bis zum Jahr 2050, also in den kommenden 33 Jahren, zu erreichen, braucht es einen Zeitplan, ab wann keine neuen Diesel- und Benzin-Pkw mehr verkauft werden.

    Förderungen gibt es natürlich auch für Private, Gemeinden und Betriebe: http://www.energieforumkaernten.at/news
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  2. #2
    Moderator Avatar von Berndt Triebel
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    Bestand an Elektroautos steigt

    Anfang 2018 ist der Bestand an Elektroautos weltweit auf 3,2 Millionen gestiegen. In China sind davon 1,2 Millionen unterwegs, gefolgt von den USA mit 750.000. Deutschland liegt mit knapp 93.000 nur auf Platz 8. Die Neuzulassungen stiegen im vergangenen Jahr auf 1,2 Millionen Pkw – ein neuer Rekord, wie eine aktuelle Erhebung des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) zeigt. Danach konnten die chinesischen Hersteller BYD und BAIC die meisten Neuzulassungen für sich verbuchen. Der erfolgreichste westliche Hersteller war, wie auch im Vorjahr, Tesla mit 86.700 Neuzulassungen, trotz der Verzögerungen beim Modell 3. BMW hat es auf Platz 4 geschafft, gefolgt von VW auf Platz 5.

    Bald 25 Millionen Elektrofahrzeuge: Umsatzplus mit Batterien

    Die Wachstumsrate der Neuzulassungen im Jahr 2017 ist mit rund 55 Prozent, wie auch in den vorangegangenen Jahren, sehr hoch. „Bleibt sie annähernd auf diesem Niveau, wird die Zahl der jährlich zugelassenen E-Fahrzeuge 2025 bei mehr als 25 Millionen liegen“, sagt Prof. Werner Tillmetz, ZSW-Vorstandsmitglied und Leiter des Geschäftsbereichs Elektrochemische Energietechnologien. Dies entspricht der Ankündigung vieler Hersteller, in nur sieben Jahren ein Viertel ihrer Produktion auf E-Fahrzeuge umgestellt zu haben.

    „Solche Wachstumsraten erfordern auch enorme Erweiterungen in der Zellproduktion“, betont Tillmetz. „Mehr als 1.000 Gigawattstunden Zell-Kapazität pro Jahr werden dann vom Markt benötigt. Das entspricht zwanzig neuen Giga-Batteriefabriken und mehr als 100 Milliarden Euro Investitionen – in nur wenigen Jahren. Um die sich bereits heute abzeichnenden Versorgungsengpässe und strategischen Abhängigkeiten zu vermeiden, ist eine breite Investitionsoffensive der deutschen und europäischen Industrie notwendig, so Tillmetz weiter.

    1,2 Millionen auf Chinas Straßen. USA auf Platz zwei

    Der strombasierte Verkehr entwickelt sich in vielen Ländern rasant – allen voran in China. Das Land ist Spitzenreiter bei Bestand und Neuzulassungen und ist damit der weltweit dynamischste Markt: 1.212.280 E-Autos rollen derzeit auf Chinas Straßen. Durch die 579.000 Neuzulassungen gab es 2017 fast eine Verdopplung. Auf Platz zwei stehen nach wie vor die USA mit einem Bestand von 751.510 E-Mobilen. Im vergangenen Jahr kamen 195.140 hinzu. Japan nimmt mit einem Bestand von 201.410 Pkw den dritten Rang ein. Norwegen liegt auf dem vierten Platz: 187.270 zählten die Behörden, ein Plus von 62.320. Bezogen auf die Gesamtzahl an Pkw führt Norwegen das Ranking an: Der Anteil an Neuzulassungen betrug 2017 39,3 Prozent, der Anteil am Bestand 6,2 Prozent.

    Deutschland schneidet im internationalen Vergleich zwar immer noch relativ schlecht ab. Von 2016 auf 2017 hat sich die Zahl der E-Fahrzeuge jedoch auf 92.740 nahezu verdoppelt. Der Zuwachs betrug 54.490. Mit dem Plus befindet sich die Bundesrepublik gleichauf mit Japan, aber noch hinter Norwegen mit seinen nur etwa fünf Millionen Einwohnern. Der Anteil der Neuzulassungen lag in Deutschland bei 1,6 Prozent.

    Deutschlands Autoindustrie holt bei Neuzulassungen auf

    Global erfolgreichste Hersteller sind „Build Your Dreams“ (BYD) und BAIC (Beijing Automotive Industry Holding) aus China mit jeweils rund 100.000 im Jahr 2017 zugelassenen Elektroautos. Auf Platz drei der weltweiten Skala befindet sich Tesla mit 86.770 E-Autos. Die Deutschen Hersteller konnten sich bei den Neuzulassungen 2017 gut positionieren. BMW schaffte mit 67.940 Fahrzeugen Rang 4 gefolgt von VW mit 52.250 E-Autos. Insgesamt konnte die deutsche Industrie rund 146.000 E-Fahrzeuge weltweit absetzen. Davon kamen nur 24 Prozent, 35.000, auf dem heimischen Markt auf die Straße.

    „Trotz des schwachen heimischen Marktes befindet sich die deutsche Autoindustrie auf einem guten Weg zum wettbewerbsfähigen Anbieter“, sagt Prof. Werner Tillmetz. „Um mit der weltweiten Dynamik weiter Schritt halten zu können müssen jedoch weitere, große Anstrengungen folgen.“

    Gezählt wurden Fahrzeuge, die Strom laden können

    Erfasst haben die ZSW-Wissenschaftler Pkw mit batterieelektrischem Antrieb, Range Extender und Plug-In Hybride, d.h. alle Fahrzeuge, die mit Strom betankt werden können. Nicht berücksichtigt wurden Full- und Mild-Hybridfahrzeuge sowie Fahrzeuge mit Brennstoffzellentechnologie. Die Auswertung basiert auf Daten des deutschen Kraftfahrtbundesamts, eigenen Berechnungen des ZSW, ZIV Zweirad-Industrie-Verband, European Alternative Fuel Observatory, Hybridcars.com, EV Sales, EV Norway, Avere France, FCE, EV Volumes, Department for Transport UK, Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT), CAAM, Rijksdienst voor Ondernemend Nederland, Bil Sweden, Green Car Reports, auto-schweiz.

    Quelle: Ökonews

  3. #3
    Moderator Avatar von Berndt Triebel
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    Die Elektromobilität gewinnt immer mehr an Fahrt. In Europa liegt Norwegen mit einem Anteil von fast 40 Prozent aller zugelassenen Pkw an der Spitze. Wann werden Länder wie Deutschland, Frankreich oder Italien ähnliche Zahlen erreichen?

    Sie haben Recht, Norwegen ist mit 40% aller zugelassenen Pkw für PHEV und EV führend in Europa, davon sind 21% reine E-Autos. Die durchschnittliche Zulassungsrate für PHEV und EV in Europa betrug 2017 nur rund 2%, 5%, wenn wir Plug-In-Hybridfahrzeuge hinzufügen. Im Jahr 2025 wird es nach einigen Untersuchunge zwischen 10 und 25% reine E-Fahrzeuge geben.


    Nun, aus meiner Sicht sind vor allem die Batteriekosten immer noch zu hoch. Der aktuelle Preis liegt bei 200 $ / kwh, das bedeutet 8.000 $ für ein 40 kwh Pack (Renault Zoe), 20.000 $ für ein 100 kwh Pack (Tesla). Die meisten Analysten prognostizieren für die Zukunft einen enormen Rückgang des Batteriepreises. Ob das passieren wird, bleibt abzuwarten. Die Zellmaterialkosten machen mehr als 50% der Gesamtkosten des Batteriepakets aus, und die wichtigsten Kosten sind auf das aktive Kathodenmaterial auf der Basis von Ni, Co, Li, Metallen mit sehr volatilen Preisen zurückzuführen.

    Aber die Kosten sind nicht der einzige entscheidende Faktor?

    Nein, definitiv nicht. Wichtig ist auch die Batterieleistung, um sowohl die Reichweite als auch die Ladezeit zu erhöhen. Außerdem hängt die Akzeptanz von Elektroautos von der Lebensdauer der Batterie und nicht zuletzt von der Ladeinfrastruktur ab. In diesen Bereichen gibt es noch Raum für Verbesserungen.

    Einige Autohersteller bauen ihre eigene Batterieproduktion auf. Batterien werden bereits für das Leasing in Elektroautos angeboten. Wird sich dieser Trend verstärken und die Automobilhersteller letztlich dazu bringen, Batterien selbst zu verarbeiten und zu recyceln?

    Einige Autohersteller haben beschlossen, einen Batteriesatz zu machen, andere (BYD, Toyota) die Zelle zu bauen. Aber das Recycling ist ein anderes Geschäft. Wir glauben, dass das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien nicht von Automobilherstellern, sondern von Spezialisten durchgeführt werden wird.

    Christophe Pillot über den E-Mobility-Markt und die Zukunft der Batterien (Quelle Ökonews)

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