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  1. #1
    Moderator Avatar von Berndt Triebel
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    Heizungsvergleich - Neubau - Altbau

    Welche Heizung ist für 2019 und die kommenden Jahre die richtige? Dass die allgemeinen Heizkosten regelmäßig steigen, dürfte niemandem verborgen geblieben sein. Sicherlich spielen dabei auch andere Faktoren eine Rolle, aber insgesamt gesehen ist es die Endlichkeit der fossilen Brennstoffe, die den Preisanstieg verursacht. Als Hauseigentümer kann man dem natürlich entgegensteuern, indem man einfach die günstigste Art zu heizen wählt. Aber welche war das eigentlich nochmal?

    „Gas ist doch so günstig und umweltfreundlich, aber ist man dann nicht immer von ausländischen Importen abhängig? - Und was ist mit einer Holzheizung? Holzt man da nicht die ganzen Wälder ab, nur damit ich es zu Hause schön warm habe? - Da lohnt sich ja dann doch eher ein Blockheizkraftwerk, denn Strom brauche ich ja sowieso, oder nicht?“

    Je nachdem wie man seine Frage stellt, wird man auch eine entsprechende Antwort bekommen. Die Wahrheit ist nämlich: Es gibt nicht die perfekte neue Heizung zu kaufen. Viel wichtiger ist es zu wissen, welches System am besten zum eigenen Energiebedarf passt und wie es am sinnvollsten einzusetzen ist. Nur wer sich daran hält, kann die wirklichen Vorteile der einzelnen Heizungsarten nutzen.
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  2. #2
    Moderator Avatar von Berndt Triebel
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    Trends in Österreich

    Nachhaltig heizen: Solarthermie und Hybridheizungen liegen 2017 im Trend.


    Heizen ist bekanntlich teuer. Jeder Mieter und auch Häuselbauer fürchtet sich vor der nächsten Warmwasser- und Heizkostenabrechnung. Gefühlt zahlt man jährlich mehr. Effizient und Geldbeutel-schonend heizen ist schon zu einer kleinen Kunst geworden. Zusätzlich rückt aber auch der Nachhaltigkeitsgedanke immer mehr in den Vordergrund. Neubauten unterliegen nun auch der Pflicht mindestens 15 Prozent des Wärmebedarfs über erneuerbare Energien abzudecken. Vor allem in größeren Städten, wo Platz bekanntlich ein Mangel ist, stellt nachhaltiges Heizen neue eine Herausforderung dar. Einer aktuellen Umfrage zufolge, wird recht gut aufgezeigt in welcher Großstadt in Zukunft am nachhaltigsten geheizt werden könnte.


    Heizen mit Solarstrom liegt im Trend
    Die Heizexperten von Kesselheld haben eine interessante Umfrage gestartet. So wurden 8.000 Nutzer gefragt, ob diese in Zukunft Heizungen mit regenerativen Energien wie Erdwärme, Pellets oder Sonnenlicht nutzen möchten. Das Ergebnis der zehn größten Städte wurde dann in einer Grafik zusammengefasst. Leipzig und Stuttgart führen das Ranking an. In diesen Städten ist der Wunsch nach einer Solarthermie recht groß, während in Berlin der Anteil der Befragten Nutzer, die in Zukunft gern mit Wärmepumpen und Pelletheizungen heizen wollen, recht hoch ist. Es zeichnen sich also begrüßenswerte Trends ab, die in die richtige Richtung gehen. Solaranlagen werden stets erschwinglicher, sodass die Lukrativität der Instalation eines Komplettsystems zunimmt. So kann man auch die Gasheizung mit einer richtig dimensionierten Solaranlage ergänzen und erhält in der Folge ein Hybridsystem. Mit der Hilfe eines solchen Systems kann man künftig ebenfalls auch die geforderten Normen einhalten.


    Niedrige Preise für fossile Brennstoffe sorgen für Zurückhaltung beim Öko-Heizen
    Wie Kesselheld erklärt, ist nach wie vor noch eine gewisse Zurückhaltung beim Heizen mit erneuerbaren Energien spürbar. Das liegt unter anderem an den recht niedrigen Preisen für fossile Brennstoffe. In den letzten Jahren zeichnete sich ein stets fallender Preistrend ab. Ein weiterer Punkt ist die verhältnismäßig leichte Zugänglichkeit zu Gasleitungen oder Fernwärmenetzen. Und auch die Anschlusszwänge an das öffentliche Fernwärmenetz, die im Osten Deutschlands bestanden, leisten ihren Beitrag.

    In Großstädten kommt dann auch noch der chronische Platzmangel als weitere Hürde hinzu. Wärmepumpen erfordern Platz auf dem Grundstück, um die Erdsonden oder Erdwärmekollektoren verbauen zu können.

    Nachhaltig zu heizen dürfte auch in Zukunft eine immer größer werdende Herausforderung darstellen. Schon im letzten Jahr dominierten Kondensationskessel, Fußbodenheizungen mit Wärmepumpen, effizientere Design-Heizkörper, Niedrigtemperaturheizungen und intelligente Thermostate die Trendcharts.

    Die Österreichische Energieagentur präsentiert ihren aktuellen Heizkostenvergleich. Darin werden nicht nur die Brennstoffpreise, sondern alle anfallenden Kosten der Heizsysteme inklusive Investitions- sowie Wartungs- und Instandhaltungskosten gegenübergestellt. So wird einfach ersichtlich, wie viel in einem durchschnittlichen österreichischen Einfamilienhaus für das Heizen bezahlt werden muss. Doch nicht nur die Kosten werden verglichen, sondern auch durch Heizsysteme verursachte CO2-Emissionen, die einen direkten Einfluss auf die Umwelt haben.

    „Unsere aktuellen Berechnungen zeigen, dass Heizen mit Erdgas-Brennwertsystemen in allen Gebäudeklassen am preisgünstigsten ist. Vergleicht man die reinen Energiekosten ohne Investitionen in System, Wartung und Instandhaltung, schneiden Wärmepumpen am besten ab“, fasst Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, einige Ergebnisse des Heizkostenvergleichs zusammen. „In Sachen Klimaschutz punkten ganz klar Biomassesysteme, die mit Scheitholz oder Pellets betrieben werden. Die höchsten CO2-Emissionen weisen Öl- und Gas-Brennwertsysteme auf, die auf fossilen Energieträgern basieren“, so Traupmann weiter. Die CO2--Emissionen eines Öl-Brennwertsystems sind dabei um bis zu 43-fach höher als beim Scheitholz. Das sind bis zu zehn Tonnen pro Jahr.

    Deutlich geringere Heizkosten und CO2-Emissionen bei sanierten Gebäuden
    „Sehr starke Auswirkung hat die thermische Qualität: Im Vergleich zum unsanierten Gebäude sind die Heizkosten im sanierten Einfamilienhaus bei allen Heizsystemen im Durchschnitt um 44% niedriger, auch die CO2Emissionen sinken um 46%“, erklärt Traupmann.


    Heizen mit Erdgas-Brennwertsystemen am günstigen
    Werden die Vollkosten (Brennstoff-, Investitions- sowie Wartungs- und Instandhaltungskosten) betrachtet, ist das Heizen mit Erdgas-Brennwertsystemen am günstigsten. Gründe dafür sind die geringen Investitions- und Instandhaltungskosten sowie ein hoher Systemnutzungsgrad. Die jährlichen Vollkosten liegen im Neubau bei rund 2.900 Euro, im sanierten Gebäude bei rund 3.000 Euro und im unsanierten Gebäude bei über 4.500 Euro.

    Das teuerste Heizsystem sowohl im thermisch sanierten als auch im unsanierten Einfamilienhaus ist die Wärmepumpe auf Basis Sole/Wasser mit Erdsonde. Dafür ausschlaggebend sind hohe Investitions- und Wartungskosten. Im Neubau ist das Heizen mit Pellets am teuersten, da auch hier die Investitions- und Wartungskosten hoch sind und zusätzlich der Systemnutzungsgrad bei geringer Wärmeanforderung stark abfällt.

    Wärmepumpen mit geringsten Energiekosten, Fernwärme am teuersten
    Werden nur die Energiekosten verglichen (Investitionskosten plus Kosten für Wartung und Instandhaltung werden nicht berücksichtigt), sind Wärmepumpen am günstigsten. Die höchsten Energiekosten weisen hingegen Fernwärmesysteme auf. Die Energiekosten von Fernwärmesystemen sind mit 1.319 Euro im Jahr im Vergleich zur Wärmepumpe auf Basis Sole/Wasser mit Erdsonde mit 719 Euro im Jahr massiv höher (Neubau). Diese Technologie erfordert allerdings relativ hohe Investitionskosten.

    Scheitholz: Niedrige Vollkosten, geringe CO2-Emissionen
    Werden sowohl finanzielle Kriterien (Vollkosten) als auch Klimaschutzaspekte (CO2-Emissionen) berücksichtigt, so schneidet das Scheitholz-System sehr gut ab. Im Vergleich zu den anderen Heizsystemen erfordert das Scheitholz-System jedoch immer einen erhöhten Betriebsaufwand für den Nutzer, auch sind die Kosten heuer leicht gestiegen.


    Ranking der kostengünstigsten Systeme (2017, Platz 1 geringste Vollkosten)

    Einfamilienhaus unsaniert

    Erdgasbrennwert

    Brennholz

    Fernwärme

    Wärmepumpe Luft/Wasser

    Pellets

    Öl-Brennwert

    Wärmepumpe Sole/Wasser

    Im Vergleich zum Vorjahr* findet sich Erdgas auf Platz 1 (2016 Brennholz). Das ist durch einen leichten Anstieg des Preises für Brennholz zu erklären, wogegen die Preise für Erdgas sanken. Öl-Heizungen haben sich auf Grund des höheren Öl-Preises ins hintere Mittelfeld verschoben.
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  3. #3

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    Raus aus dem Öl Bonus

    Mit diesen unglaublich hohen Förderungen von Bund und Land ist ein Austausch der Ölheizung mit einer umweltfreundlichen Heizung wirklich sinnvoll und rechnet sich nach wenigen Jahren. Speziell wenn man den Heizungstausch mit anderen Maßnahmen verbindet.

    Förderbeispiel - Gebäudesanierung:
    Kosten:
    Holzheizung: € 20.000,-
    Vollwärmeschutz (Ökologisch): € 30.000,-
    Dämmung Kellergeschoßdecke € 4.000,-
    Dämmung Oberste Geschoßdecke € 6.000,-
    Förderbegleitung Sanierungschoach € 1.300,-
    Energieausweis € 600,-
    Gesamt: € 61.900,-

    Förderungen:
    Land - Direktzuschuss Sanierung € 15.000,-
    Land - Bonus für ökologische Dämmung: € 3.850,-
    Land - Bonus Heizungstausch € 6.000,-
    Bund – Bonus Heizungstausch € 5.000,-
    Bund – Sanierungsscheck (Dämmung) € 6.000,-
    Bund – Bonus für ökologische Dämmung € 3.000,-
    Land – Förderung Sanierungschoach € 800,-
    Land – Förderung Energieausweis € 300,-
    Gesamt € 39.950,-

    Daraus ergibt sich:
    Wertsteigerung der Immobilie: € 60.000,-
    Eigenleistung: € 21.950,-
    Höherer Wohnkomfort – Erhaltung der Immobile – Dauerhaft ca. Halbierung der Heizkosten

  4. #4

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    Heizkosten steigen durch schlechte Isolierung

    Die Heizungskosten explodieren, wenn ein Gebäude schlecht gedämmt ist und der Heizwärmebedarf entsprechend hoch ist. Eine umfassende Betrachtung des Gebäudes vor einem Heizungstausch ist daher sehr wichtig.

    Dafür hat das Land Kärnten eine Beratungsleistung entwickelt, die nichts kostet. Die "Vor Ort Beratung" erfolgt durch einen unabhängigen Energieberater, der ins Haus kommt und hilft.
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